Fischereihafen-Rennen Bremerhafen an Pfingsten 2009

Ein Beitrag von Rolf Schmidt

 

Nach 2 Partynächten in Nordenham und der Ausfahrt durch den sonnigen Norden Deutschlands (ja ja über Pfingsten gabs im Norden Sonne pur) verlegten wir drei, Günther, Gerd und Rolf, am Sonntag früh unser Quartier ins nahe gelegene Bremerhafen. Das Fischereihafenrennen übte seine enorme Anziehungskraft auf uns aus. Dieses mal schafften wir es nicht, einen Platz im Fahrerlager zu ergattern. So bauten wir eine Wagenburg mit unseren Wohnmobilen auf einem leeren Industrieparkplatz nahe dem Renngeschehen. 

 

 

    Auch hier in Bremerhafen war das 
    Wetter an
beiden Tagen traumhaft.
    Sicherlich freute dies auch 
    den Veranstalter Hin
rich Hinck,
    für den der Rennzirkus jedes Jahr ein 
    finanzielles Risiko ist.

 

Bei unserer Ankunft an der Rennstrecke war das freie Training der verschiedenen Klassen bereits in vollem Gange. Es gab auch schon die ersten Aufräumaktionen nach Abflügen.

    
    Die Rennatmosphäre zog uns sofort wieder in ihren Bann, das Dröhnen 
    der Motoren aus offenen Auspufftüten ist fast unbeschreiblich 
    und lässt sich nicht in Bild und Ton naturgetreu festhalten. 
    Man muss es selbst erleben. Dafür ist Bremerhafen wie geschaffen. 
    Man steht nur durch fest gepresste Strohballen getrennt direkt 
    an der Strecke, die Maschinen donnern manchmal 
    in nur einen Meter Abstand an den Zuschauern vorbei.

 

 

Das Fahrerlager ist für alle zugänglich. Dort bietet sich die Möglichkeit, die auf der Strecke erlebten Motorräder 
aus nächster Nähe zu betrachten und den Fahrern und ihren Mechanikern beim Schrauben zuzusehen. 
Die Atmosphäre ist familiär, Gespräche mit den Akteuren entwickeln sich von ganz allein.

 

Der Zeitplan des Renngeschehens sah folgendermaßen aus: Sonntag Freies Training, 1. Zeittraining, 2. Zeittraining, jeweils nacheinander für alle Klassen.

Montag 1. und 2. Rennlauf jeweils nacheinander für alle Klassen, dazwischen Demo- und Sonderläufe.

Die 11 verschiedenen Renn- und Demoklassen boten für jeden Geschmack allerfeinste Reize für Augen, Ohren und Nerven. Man sah wieder Bikes jeder Kategorie, von Kreidler Florett bis GSXR, von Maico bis Güllepumpe.

Elmar Geulen startete mit seiner Suzuki Hayabusa Turbo wieder in der Klasse 1 „Fischtown Open“. 
Er konnte in diesem Jahr nicht so überzeugen wie gewohnt, belegte nur Platz 10 und 7.

 

 

Stefan Merkens auf einer Kawasaki Z1000, der in der Klasse 5 „Classic Superbike AMA Legends“ startete, fiel 
uns durch seine kompromisslos schnelle und absolut präzise Fahrweise auf. Ein Genuss ihm zuzuschauen, 
wie er die Kawa durch die Kurven und Schikanen prügelte. Er gewann beide Rennläufe souverän.

 

Sandbahn- und Speedway-Legende Egon Müller, inzwischen 60 Jahre alt, sollte die Rennfans am Sonntag in der Mittagspause unterhalten. Sein Ego und seine Schnauze haben im Alter nicht an Intensität verloren. Nach einer nicht enden wollenden Lobeshymne seinerseits auf den tollen Hecht Egon und seine einzigartige Speedwaymaschine fuhr 
er einmal hin und wieder zurück – dann wollte sie nicht mehr, die Methanolrakete.

 

In Elmars Box sah man ihn dann eigenhändig den Motor wechseln. Und siehe da, am Montag legte er ein 
paar spektakuläre Runden mit Drift- und Wheely-Einlagen auf den Asphalt. Er hat auch dies nicht verlernt!

 

DDR Rennfahrer-Legende Heinz Rosner ( in karierten Shorts), auch schon im Rentenalter, scheuchte eine 
2-Takt Werks-MZ um den Kurs, als ginge es immer noch um den damals knapp verfehlten WM-Titel.

 


Zum 60. Geburtstag der Motorradmarke LAVERDA durften interessierte Laverda-Eigner ihre Maschinen in 
einem Sonderlauf präsentieren, angeführt von Piero Laverda, Sohn des Firmengründers, auf der legendären 
1000er V-Sechszylinder Langstrecken-Rennmaschine, die 1978 bei der Bol d Ór eingesetzt wurde.

Die Laverdas konnten auch im Fahrerlager aus nächster Nähe inspiziert werden.

 


Auch einige Benellis waren wieder mit dabei, sie fuhren in der Klasse 4 „Sound of Classics-500ccm“.
Ernst Himmelsbach, sympatischer Schwabe auf Benelli 500 Quattro unterweg, hatte einen Heidenspaß 
auf der Strecke und freute sich riesig über den Besuch von uns Benelli-Fans im Fahrerlager.

 


Bei Matthias Weichel, ebenfalls auf Benelli 500 Quattro, gings schon recht profimäßig zu. Seiner Benelli hatte er 
einige zusätzliche PS eingeblasen und auch sein Fahrstil lies uns staunen. Resultat: 5. und 6. Platz!


2 weitere Benellis schwammen im Feld mit, Mario Loritz auf 254/4 und Christian Glasmann auf 125 2C.

 


Als seltene und kuriose Bikes müssen noch genannt werden:

König 500 4-Zylinder 2-Takter

 

50 Kubik Kreidler Van Veen Rennmaschine

 

Harley „Luzifer´s Hammer"

 

Herkules Wankel,

    ... und viele mehr

 

Die Jubiläumsvorstellung seitens Laverda hat mich zu einer Vision inspiriert.

In 2 Jahren, 2011, wird unsere geliebte Marke BENELLI 100 Jahre alt! Ich könnte mir folgendes Szenario vorstellen:

Jeder verfügbare BENELLI -Freund kommt an Pfingsten 2011 mit seinen Benellis, ggf. mit ausgewählten Gastpiloten für die dritt- und viert-Benelli, nach Bremerhafen. Wir bauen unser BENELLI-Camp im Fahrerlager auf, mit Präsentation unserer Diven von 50 bis 1130 ccm, mit 1 bis 6 Zylindern! BENELLI Deutschland könnte auch mit im Boot sein, 100 Jahre feiert man doch angemessen! Abends natürlich Party bei een lecker Pilsken.

Sonntag und Montag geht’s dann zwischen den Trainings- und Rennläufen zum BENELLI-Sonderlauf auf die Strecke – mit 20, 30 oder 40 Benellis, vor 25 000 Zuschauern! 

Hab ich zu viel Fantasie, bin ich zu optimistisch? Ich könnte mich dafür begeistern, und Ihr?

Wir sollten es einfach probieren und jetzt schon darauf hin arbeiten! Das wäre doch ein mega-geiles Erlebnis!

 

Euer Rolf